Neuauflage von tendenziell geschichtsrevisionistischen Buch erschien im Kopp-Verlag

Im Jahr 2017 erschien im Kopp-Verlag eine Neuauflage des Buchs „Die Geschichte der Oder-Neiße-Linie. „Westverschiebung“ und „Umsiedlung“ – Kriegsziel der Alliierten oder Postulat polnischer Politik?“ von Michael A. Hartenstein , welches im Original 2006 im Olzog-Verlag erschienen ist.

In einer kritischen Buchbesprechung in der konservativen FAZ vom 6. Januar 2007 heißt es u.a.:

„Vorrangig geht es dem Autor darum, seine Behauptung von der Mitschuld des polnischen Nationalismus an der Entstehung der Grenzlinie zu untermauern. […] Aber schon vor Kriegsbeginn 1939 liebäugelten Anhänger der Piastenzeit unter Diplomaten und Militärs mit territorialen Ausdehnungen nach Ostpreußen und Breslau zur Schaffung eines Groß-Polen. Darin sieht Hartenstein den Beweis, dass der polnische Nationalismus und Stalins Annexion ostpolnischer Gebiete die eigentlichen Urheber der Oder-Neiße-Linie waren und nicht Hitlers Angriff auf Polen oder alliierte Entscheidungen.
[…] Weit hinter bekanntem Wissensstand bewegt sich auch die oberflächlich geratene Wiedergabe der Diskussionen um die Grenzfrage von den fünfziger Jahren bis zur deutschen Einheit 1990. Kein Wort über die Hintergründe des Görlitzer Abkommens von 1950, in dem die DDR die Oder-Neiße-Grenze völkerrechtlich anerkannte.
[…] Im abschließenden Kapitel zeichnet Hartenstein die teils in dieser Zeitung geführte Diskussion über das „Zentrum gegen Vertreibung“ und die Restitution von Eigentum nach. Darin verschärft er seine Botschaft: Schuld an der Vertreibung der Deutschen ist die Grenzziehung, neben der Sowjetunion vom polnischen Nationalismus betrieben. Das unterminiert den nationalen Mythos von Polen als ewiges Opfer zwischen Deutschland und Russland und das nationale Selbstbild vom Volk widerständiger Helden.“

Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.